Sonntag, 8. Februar 2015

Das... Auto

Endlich ist es soweit. Heute haben wir uns auf den Weg zu einem Autohändler in der Nähe gemacht. sieben oder acht Autos hatten wir uns in letzten Tagen herausgesucht, und immer hieß es "Nicht mehr verfügbar", nachdem man mehrere Tage warten musste und das Angebot trotzdem immer noch online zu finden war.

Auf dem zugeschneiten Parkplatz hat dann einer der Mechaniker den 2002 Kia Sedona für uns ausgeparkt. Wir haben dann eine Probefahrt gemacht und das wichtigste getestet. Es war schon komisch, nach mehreren Monaten endlich wieder ein Lenkrad in der Hand zu halten. Dann auch noch ein Automatik UND in Kanada. In der Werkstatt angekommen haben wir noch mal den Motorraum überprüft und uns alle Reparaturen am Fahrzeug bestätigen lassen. Nach einer Menge Papierkram war der Gute dann unser. Wir haben ihn "Das Auto" getauft.




Die Heimfahrt war übel. Ich bin gefahren und Tommy hat für mich die Navigation übernommen.
Die Straßen waren einfach eine Katastrophe. Überall Löcher, tonnenweise Schneematsch und auf einer Strecke von 20km waren nirgendwo brauchbare Spurmarkierungen. Sogar auf einem dreispurigen Highway, was besonders unglücklich ist, wenn mal zwei Spuren zusammenlaufen - dann merkt man's nämlich erst, wenn einem plötzlich der Nebenmann unangenehm nahe kommt. Ampeln befinden sich hinter den Kreuzungen und nicht wie in Deutschland davor, was mich öfters dazu gezwungen hat, überraschend stark zu bremsen - was zum Glück ziemlich gut funktionierte. "Rechts vor links" gibt es hier nicht. Kreuzungen sind immer durch Schilder geregelt. An gleichrangigen Kreuzungen findet man demnach immer vier Stop-Schilder.
Wer zuerst kommt und anhält, darf auch zuerst fahren. Das hört sich erst mal bescheuert an, ist es tatsächlich auch, aber irgendwie scheint es zu funktionieren. Außerdem fahren die Kanadier natürlich viiieeel langsamer. Auf dem Highway nutzt kaum jemand das Geschwindigkeitslimit von gerade mal 100 km/h aus. Und falls es ein Rechtsfahrgebot gibt, scheint es niemanden wirklich zu interessieren.
Generell scheint man hier sehr spontan zu sein was vorrausschauendes Fahren angeht. Vielleicht muss man einfach ein wenig wahnsinnig sein, damit das funktioniert.

Nun steht "Das Auto" vor unserer Tür und wir haben noch ein paar Dinge zu klären. Ein Nummernschild und eine Versicherung brauchen wir natürlich. Außerdem ist ein Riss in der Frontscheibe, der noch geflickt werden muss, wofür wir aber im Gegenzug den Preis runterhandeln konnten. Wäre zwar nicht zwingend notwendig, aber bei den lausigen Straßen hier wäre das wohl das Beste. Außerdem brauchen wir noch etwas Camping-Equipment, also eine Matratze mit Decke und evtl. noch einen Gasherd/Grill und Geschirr. Dann müssten wir noch die hinteren Sitze loswerden - und so weiter.

Unsere Abreise rückt nun immer näher. Es ist schon schade, den Job hier aufzugeben. Mir wurde aber angeboten, in Zukunft noch mal dort zu arbeiten, gegebenenfalls sogar in Dublin, da Montréal für mich keine Option ist. In der letzten Zeit konnte ich auch an Wochenenden arbeiten, wobei man dann angenehme 19$ pro Stunde verdient. Auch morgen muss ich wieder los und heute hätte ich auch gekonnt, allerdings hatte das Auto nunmal Priorität. Schade eigentlich.
Gothi hat uns übrigens Anfang das Monats verlassen :( 
Mittlerweile hab ich ziemlich die Schnauze voll von den ganzen Abschieden. Aber so haben wir uns das nunmal ausgesucht. Vieles geht vorbei, aber dafür entdecken wir immer wieder unglaublich viel Neues.

Das nächste mal werde ich wieder schreiben, kurz bevor es losgeht. Bis dahin ist Arbeits- und Planungstechnisch noch reichlich zu tun.

Auf bald!

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