Montag, 29. September 2014

Hier könnte ihre Werbung stehen!

AKTUALISIERT: 5. Oktober 2014, 00:54 Uhr (UTC+01:00)

Spaß beiseite, mir ist keine gute Überschrift für die momentane Arbeit hier eingefallen.
Meine Erkältung ist jetzt dank diverser Fruchtsäfte, Früchte und Gemüse so gut wie weg (nach gerade mal 2 Tagen!). Außerdem dürfen wir uns ein mal pro Woche freinehmen, was mir vorgestern ziemlich gelegen kam.

Meine Arbeit bestand in den letzten Tagen und wird weiterhin bestehen aus Grasreste aufsammeln, Laub harken (oh ja, es wird Herbst und es gibt hier seeehr viele Bäume), und mit dem Trimmer kleinere Grasflächen mähen, an die der Rasenmäher nicht rankommt oder die besonders ordentlich gekürzt werden sollen. Leider liegt hier überall Hundemist rum, der mir bei der Arbeit mit dem Trimmer gerne mal um die Ohren fliegt. Apropos Hunde: Sie sind zwar alle lieb, aber es gibt hier glaube ich mehr als sieben, wovon jeder mindestens die Hälfte der Anderen nicht leiden kann. Außerdem bringen Besucher manchmal mehrere Hunde mit. Das heißt, dass man hier extrem aufpassen muss, welchen man wo hinlässt. Generell wird es hier oft sehr laut, weil einfach jeder Hund versuchen muss, lauter als der Andere zu sein. Ansonsten mache ich noch Kleinigkeiten, beispielsweise den Pool sauberhalten, wobei der Poolreiniger das meiste selbst reinigt. Gelegentlich geht auch mal was einfaches kaputt, dann reparieren wir das. Die Baustelle müssen wir wahrscheinlich nicht mehr/selten/nur ein wenig saubermachen, weil wir endlich die Sägen rausgetragen haben und der Tischler jetzt in einer Art Durchgangs- und Lagerraum arbeitet. Wenn wir da allerdings saubermachen müssen, wird das noch zehn mal komplizierter, weil der Raum randvoll mit Möbeln o.Ä. ist.

Auch hat heute einer der anderen deutschen Backpacker - Max - die Farm verlassen. Jetzt kümmern sich eigentlich nur noch Tommy, ich und Don um den ganzen Außenbereich (außer um die Ställe). Hab vergessen, zu erwähnen, dass Don hier schon seit ein paar Jahren mit seiner philippinischen Familie wohnt. Seine Frau macht uns immer Abendessen (was dann meistens noch fürs nächste Mittagessen reicht) und hält sonst das Haus in Schuss. Don ist eben draußen zuständig. Er erklärt uns, wie man alle Geräte benutzt und gab uns in den ersten Tagen immer unsere Aufgaben. Von Freitag bis Montag hat er allerdings Urlaub, sodass wir auch allmählich selbst ein Auge dafür entwickelt haben, wo es wann was zu machen gibt.

Das wars erstmal. Sollte es neue Bilder geben, werde ich sie einfach in diesen Beitrag rein editieren.




Der Reifen da hinten ist per zip line mit dem Baumhaus von meiner Perspektive aus hinter mir verbunden, also kann man da runterrutschen. Wie cool ist das denn?

Unser Zimmer vor einer Säuberungsaktion. Note: das meiste ist nicht von uns.


Baustelle vorher (die großen Staubhaufen und das Holz sind schon weg)

Baustelle nachher


Wir haben einen neuen Job: Tote Fliegen fegen (das schwarze in dem Haufen sind alles Fliegen).
In unserem Zimmer ist das ähnlich. Hoffentlich wird es bald mal richtig kalt.

Ausblick auf die Turnierfelder.

Tommy im Pool :D
Das Wasser ist 24°C warm.

Monopoly: Premium-Edition. Man beachte die Figuren und das Spielfeld.

Das ist by the way der Rasenmäher, mit dem immer gemäht wird.

Geiel! Heute waren wir einkaufen, und nach 2 Wochen gesundem Essen sind wir alle sehr zufrieden mit unserer Beute. Die 24 Dosen Pepsi (8 Liter) haben übrigens nur 6.35 CAN$ gekostet.





Mittwoch, 24. September 2014

Farm Life

Natürlich musste ich mir heute - am vierten Tag hier auf der Farm - eine Erkältung holen. Das Wetter hier ist einfach nur launisch. In der ersten Nacht konnte ich nicht schlafen, weil es viel zu heiß war und am nächsten Tag bin ich um 5 morgens aufgewacht, weil ich gefroren hab. Tagsüber ist es genauso: Vorgestern konnte man sich ins Gras legen und sich sonnen und gestern war man nur mit Shirt, Pullover und Jacke gut bedient. Heute war es entweder in der Sonne zu heiß, oder im Schatten (und weil es hier oft sehr windig ist) zu kalt. In Toronto war das ähnlich. Egal, wie man sich anzieht, es ist immer falsch.
Noch dazu bin ich gestern 5 Stunden mit dem Rasenmäher gefahren (und hab nebenbei zwar drei riesige Felder geschafft und dabei etwa 15 Liter Benzin verbraucht (!), was aber nur eine winzige Fläche des Gesamtgrundstücks ist), auf dem man sich eben kein bisschen bewegt und so warm wird. Heute musste ich die Grashaufen mit einer Schubkarre wegbringen - zu einer etwa 200m entfernten Feuerstelle. Sehr oft.

Das dumme ist, dass die wichtigen Felder, also die, für die ich 5 Stunden gebraucht habe, zwei mal die Woche gemäht werden müssen. Zusammen mit den anderen Flächen und der Tatsache, dass man größere Grasansammlungen danach wegräumen muss, ist man hier damit wahrscheinlich non-stop beschäftigt. Außerdem mussten wir heute nach der Arbeit wieder die Baustelle komplett saubermachen. Der Sinn dahinter erschließt sich mir immer noch nicht. Zumal die ganze Zeit Staub in der Luft ist, der sich nach getaner Arbeit wieder legt. Und wir müssen um das ganze Holz und die Werkzeuge herumputzen, weil scheinbar einfach alle Arbeiter (wobei heute nur einer da war) pünktlich zu Feierabend alles sofort fallen lassen und gehen. Ansonsten haben wir bis jetzt nur ein paar Zäune repariert und versucht, den zweiten Rasenmäher zu reparieren. Die mittlere von drei Klingen bewegt sich nicht und wir kennen das Problem, haben aber einfach kein richtiges Werkzeug, außer ein paar Schraubenschlüsseln und einem Hammer. Wenn der andere Rasenmäher auch noch kaputt geht, haben wir wohl ein Problem.

Unser Arbeitstag geht von 8:30 Uhr bis 17 Uhr, inklusive Mittagspause. Essen gibt es immer
7:30 Uhr, 12 Uhr und 19 Uhr. Die Abwechslung war zwar bis jetzt nicht so groß, aber was wir bekommen, schmeckt eigentlich. Tommy und ich sind hier auch die einzigen, die wirklich Fleisch essen, was glaube ich für die Frau, die immer für uns Abendessen kocht, eine gute Erleichterung
ist.

Tja, da die Arbeit hier im Moment nicht wirklich spannend ist und wir danach auch nichts besonderes mehr unternehmen, werde ich in der nächsten Zeit nicht mehr so viel schreiben. Zumindest so lange, bis etwas aufregendes passiert, oder allerspätestens in vier Wochen, wenn wir dann wahrscheinlich die Farm wieder verlassen. Demnächst schicke ich aber sicher noch ein paar Bilder.

Bis dahin erst mal.

Montag, 22. September 2014

Unsere "kleine" Farm

Sorry, gestern hatte ich keine Lust mehr, zu schreiben, dafür gibt es heute um so mehr ;)

Also. Gestern sind wir zwischen 10 und 11 Uhr aufgestanden und wollten den 13:04 Uhr Bus Richtung Georgetown nehmen. Natürlich waren wir erst 13:05 Uhr an der Union Station (Torontos Hauptbahnhof, Mittelpunkt der U-Bahn-Strecke und Haupt-Bushaltestelle zugleich). In der Union Station angekommen, wollten wir dann den 13:20 Uhr Bus nehmen. Leider ist der Bahnhof ein riesiger Irrgarten aus Pfeilen, in dem alle 5 Meter ein Schild hängt, das in in jede Himmelsrichtung weist und oft nur die Straßennamen anzeigt. Dass die Bus-Terminals gegenüber der Union Station an der Bay Street sind, hätten wir also vorher wissen sollen. Noch dazu ist die nähere Umgebung der Station eine einzige Baustelle, und die Wegweiser zu unserer Bushaltestelle haben irgendwann einfach aufgehört, so dass wir uns verlaufen und auch den 13:20 Uhr Bus mit nur ein oder zwei Minuten Verspätung verpasst haben. Zum Glück haben wir 13:50 Uhr noch einen erwischt. Nach einer Stunde Laufen bei Sonnenschein mit über 25kg Gepäck und angezogener Winterjacke (weil ich keine Hand mehr dafür frei hatte) waren wir dann klatschnass.

In Georgetown hat uns dann eine Frau abgeholt und endlich zur Farm gebracht. Das Grundstück ist absolut gigantisch (80 Hektar oder 0,8km²) und hat sowohl was von einem typischen Bauernhof, als auch von einem Luxus-Anwesen. Es gibt riesige Pferdereitplätze, eine Große Scheune, die gerade renoviert wird (dort sind wir untergebracht), natürlich das Haus der Leute, denen alles gehört; einen Pool mit Liegestühlen und Strandkörben und einen großen Saal mit Sitzecken, Fernsehern, Spielkonsolen, einem Tischtennis-Tisch, Billard, Air Hockey, zwei Klavieren, einem Schlagzeug und lauter Fahrzeugen (unter anderem zwei alte Rolls Royce!). Um mal das wichtigste zu nennen. Neben den Pferden gibt es hier auch noch viele Hunde und man hat eine Menge Platz und Möglichkeiten hier rumzuwandern, zu joggen, und so weiter.



Die Straße ist gute 200 Meter weit weg, und man hat hier einen herrlichen Ausblick auf die Landschaft. Leider ist die Stadt etwa 10km entfernt, so dass wir dort zum Einkaufen ohne weiteres nicht hinkommen. Dafür gibt es hier für die nächsten 30 Tage noch genug zu entdecken. Außerdem kriegen wir jeden Tag Frühstück, Mittag- und Abendessen und dazu ein wenig Geld. Im Gegenzug erledigen wir dann Arbeiten, die eben so auf einem Bauernhof und vor allem auf einem so großen Grundstück anfallen: Rasen mähen, Zäune reparieren, in der Scheune/Baustelle aufräumen oder mit anpacken, den Boden der Pferderturnierplätze mit einem Traktor bearbeiten und vielleicht noch viel mehr. Das wird sich dann in den nächsten Tagen herrausstellen.

Hier gibt es auch noch zwei andere Deutsche Backpacker, Max und Lara, die uns schon mal rumgeführt und mit den Arbeiten hier vertraut gemacht haben. Lara hat Ahnung von Pferden und kümmert sich deshalb um sie. Tommy, Max und ich dagegen haben heute lediglich im Untergeschoss der Scheune aufgeräumt und sauber gemacht (ist zur Zeit die Hauptbaustelle), weil es draußen geregnet hat. Ergibt zwar keinen Sinn, weil es eben eine Baustelle ist, aber da wir sonst nichts Anderes zu tun hatten/tun sollten, haben wirs natürlich trotzdem fix erledigt. Morgen werden wir von den Leuten hier aber noch mal rumgeführt und dann haben wir bestimmt auch noch mehr zu tun.
Nachmittags war ich eine Runde auf dem Grundstück joggen, um mir alles noch mal richtig anzusehen. Vielleicht liegt es an der Jahreszeit, aber die Landschaft ist einfach viel schöner und hat viel mehr zu bieten, als alles, was ich bis jetzt in Deutschland gesehen habe. Wer glaubt, dass es in Kanada außer Schnee nicht viel zu sehen gibt, dem empfehle ich definitiv eine Reise hier her. Da freu ich mich schon richtig auf die Rockies!
Weitere Bilder zur Landschaft folgen, da ich dafür dann doch noch mal eine halbe Stunde unterwegs wäre und es bald essen gibt ;)

Das wäre es dann wieder soweit von mir. Ciao!


Samstag, 20. September 2014

(Fast) Über den Wolken

Heute war mal wieder nicht sooo viel los ;) Haben heute die meiste Zeit in unserer Wohnung gegammelt. Da es aber erstmal unser letzter Tag hier in der Innenstadt ist - denn ab morgen werden wir rund 60km entfernt wohnen - sind wir dann doch noch mal los und haben den CN-Tower besucht. Etwas teuer, aber die Aussicht war auf jeden Fall nicht schlecht. Im Turm lief eine Sendung auf einem Fernseher, in der ein sogenannter "Erection Foreman" neben dem CN-Tower stand und dazu berichtete. Wie wir im Nachhinein erfahren haben, war das ein Konstruktionsaufseher. Jedenfalls, Hier mal ein paar Fotos:






Danach waren wir nur noch ein Mal beim Hafen und haben den Anblick genossen, dann sind wir auch schon wieder per U-Bahn zurück zum Appartment gefahren. Morgen Vormittag checken wir aus, nehmen dann um 1 den Zug nach Georgetown und sind dann wahrscheinlich kurz vor 3 da. Von dort werden wir abgeholt und zu unserem neuen Zuhause und gleichzeitig unserer Arbeit für die nächsten vier Wochen gebracht werden. Mehr dazu dann Morgen.

Bis dann!

Freitag, 19. September 2014

Die erste Woche!

Seit einer Woche sind wir jetzt schon hier in Kanada. Was haben wir alles gelernt?

-"Die Kanadier sagen oft 'eh' am Ende eines Satzes." Das wäre das mir bekannteste Klischee, stimmt aber nicht wirklich. Zumindest gilt das für die, die ich bis jetzt so getroffen habe. Nur ein Mann, für den ich mal die Tür aufgehalten hab, meinte danach "Cheers, eh." (Aussprache "äy"). Ist wahrscheinlich eher Umgangssprache oder Slang.

-Merkwürdige Aussprachen: Viele hier sprechen eigentlich generell sehr klar und deutlich. Manche erst, wenn sie merken, dass wir Deutsche sind. Ein Paar Ausnahmen gibt es aber: Toronto wird in etwa "Toroahno" (weiches 'r') und die Niagara-Fälle werden wie "Naiagra" ausgesprochen (weiches 'r').

-Die Kanadier sind wirklich sehr nett und hilfsbereit. Tatsächlich findet man hier des Öfteren Leute, die sich doppelt und dreifach entschuldigen. Wenn man mal eine Frage zu irgendwas hat, hilft einem so ziemlich jeder, so gut er kann. Neulich z.B. haben wir uns verlaufen und sind nach 5 Minuten wieder in die entgegengesetzte Richtung gegangen, was einer Frau aufgefallen ist, die uns vorher gesehen hatte. Sie ist sofort auf uns zugegangen und hat uns bei der Orientierung geholfen.

-Entgegen mancher Behauptungen sind die Reifen der Autos hier nicht eckig.

-Ahornsirup. Soweit ich das beobachten konnte, tauchen die Leute hier ihr Essen nicht in Ahornsirup oder machen ähnliches damit, und bis jetzt hab ich auch nur welchen in Verbindung mit Crêpes, Waffeln oder Kuchen gesehen. Auf unserer Niagara-Tour gestern wurden uns Ahornsirup-Kekse angeboten. Waren sehr süß und schmeckten nach Walnuss und Zimt. Berühmter sind hier wahrscheinlich eher Kaffee (auf der Straße rennt bestimmt jeder fünfte mit einem Kaffeebecher rum), Donuts oder "Poutine". Außerdem wird hier extrem viel Ketchup gegessen.

-Tim Horton's ist hier sehr beliebt. Ähnlich wie bei Starbucks gibt es dort Kaffee, aber auch Donuts, Bagels und sonstige Backwaren. Außerdem kann man dort kostenlos ins W-Lan-Netzwerk, wenn man sich was bestellt hat, was für viele ein weiterer Grund ist, dort hin zu gehen.

-"In Kanada gibt es nur Schnee". Stimmt natürlich nicht. Das Wetter hier in Toronto ist ungefähr wie das in Mitteldeutschland. T-Shirt oder Pullover reichen draußen. Viel Schnee gibt es hier zu dieser Jahreszeit nur in den nördlichsten Regionen oder in den Rockies.

-Und zu guter Letzt: "Das Geld sieht aus wie Spielgeld". Finde ich eigentlich auch. Wie Barney aus "How I met your mother" schon sagte: "Besorgt euch doch mal richtiges Geld, Leute!". Viel zu bunt und fässt sich irgendwie merkwürdig an. Die frisch gedruckten Geldscheine riechen nach Maggi. Die Münzen lassen sich optisch kaum voneinander unterscheiden, außer die 1- und 2-Dollar-Münzen. Die Wertigkeiten sind ganz, ganz klein irgendwo abgebildet. Während ich mit einer Lupe an der Kasse stehe und überlege, was ich denn jetzt für eine Münze in der Hand halte, sehen die Verkäufer das dagegen meistens schon aus einem Meter Entfernung. Ist wohl Gewöhnungssache. Bei manchen Münzen sieht man nicht den Wert als Zahl, sondern in Worten (siehe die untere 25-Cent-Münze im Bild). Außerdem gibt es von Münzen der selben Wertigkeit noch mal zusätzlich verschiedene Modelle. Nervig.

Von links nach rechts: Ein Dollar, 25 Cent, 10 Cent, 5 Cent. Zwei Dollar hab ich im Moment leider nicht :)

Mehr gibt es für heute nicht, weil auch einfach nichts los war :P
Bye!

Donnerstag, 18. September 2014

Badespaß

Heute gibt es mal nur ein paar Fotos. Die meisten sollten sich selbst erklären. Videos gehen leider erstmal nicht, weil zu groß. Viel Spaß :)
(Tip: Auf ein Bild klicken und mit den Pfeiltasten navigieren)









Das ist übrigens "Poutine", eine typisch kanadische Spezialität. Pommes überbacken mit Käse und Bratensoße.











Mittwoch, 17. September 2014

Eine Seefahrt, die ist lustig...

Wer hätte Gedacht, das Sightseeing so viel Spaß machen kann? Für 35 CAN$ haben wir uns heute morgen ein Ticket für eine Busrundfahrt bestellt. Im Prinzip sind wir da langgefahren, wo wir ohnehin schon zu Fuß waren, aber der Busbegleiter hat uns allerlei interessante Informationen zur Stadt gegeben und dabei einfach ganz Kanada auf die Schippe genommen. "We canadians often burn down stuff. Toronto in a nutshell: everything in Toronto's history has been, or will be burned down. And everytime we have burnt something down, we build a condominium there". Condominiums heißen hier die Hochhäuser, wo Appartments nicht vermietet, sondern nur verkauft werden, und zwar für 2 Millionen Dollar aufwärts. Jedenfalls war der Kerl witziger, als viele Comedians, die ich kenne. Hab schon lange nicht mehr so viel gelacht. Danach gings dann in einer kleinen Fähre über den Lake Ontario (vor dem Hafen von Toronto), herum um die Insel Toronto Island. Es wurde plötzlich einfach extrem kalt und windig. Zusammen mit den ganzen Klimaanlagen hier würde es mich nicht wundern, wenn ich morgen erkältet bin. Hoffentlich nicht, denn zu morgen haben wir den Trip zu den Niagara-Fällen geplant.

                                  Bei Toronto Island mit dem Hafen von Toronto im Rücken.

Danach waren wir im Restaurant/Bar "Amsterdam BrewHouse" und haben dort einen Hamburger für 15 CAN$ bestellt. Ist zwar teuer, aber das war verdammt noch mal der beste Burger, den ich je gegessen hab. McDonald's, Burgerking und co. sind ein Dreck dagegen. Den zu essen, war allerdings schon ein ziemliches Gemetzel, weil er einfach viel zu groß war. Beim Essen hat uns hat sogar ein Mann vom Tisch nebenan begeistert zugesehen und uns Tips gegeben, wie wir den am besten runterkriegen.
Solltet ihr mal die Gelegenheit haben, in einem guten Restaurant einen richtigen Hamburger essen zu können, kann ich das nur empfehlen, denn das ist ganz sicher kein Junkfood mehr.

Sieht zwar schon etwas zermatscht aus, aber die Zutaten waren richtig gut.

Zum Abschluss noch ein Bild vom CN-Tower (nicht CNN!) bei Nacht. Denke, den werden wir in den nächsten Tagen auch noch besichtigen, aber dann wird erstmal gespart.


See ya!

Dienstag, 16. September 2014

Gammelzeit

Unsere neue Übergangswohnung ist super! Der Vermieter war noch nicht da, hat aber die Haustür per Telefon geöffnet und die Appartmenttür extra für uns offen gelassen. Dafür haben uns zwei ziemlich fette Katzen freundlich in Empfang genommen. Die beiden heißen Banana und Porkchop (=Schweinekotelett).


Hier haben wir ein großes, weiches Bett, ein sauberes Bad und quasi ein gemeinschaftliches Wohnzimmer mit integrierter Küche. Einen funktionierenden Fernseher haben wir hier leider nicht, dafür aber funktionierendes W-Lan, was für unsere Zwecke noch viel wertvoller ist. Und das Beste ist, wir können morgen endlich mal wieder ausschlafen.


Der Vermieter heißt Jimmy Fu und arbeitet, soweit ich das verstanden hab, als Koch für hilfsbedürftige Kinder. Ein Netter Kerl und vorallem nicht so überdreht, wie viele Leute hier.

Zwar waren wir schon mehrere Stunden zu Fuß in Toronto unterwegs, haben aber eigentlich doch noch nicht so viel gesehen. Deshalb haben wir uns ein wenig mit Jimmy unterhalten und beraten lassen, was denn noch so sehenswert wäre, und er hat uns die Aussicht vom 450m hohen CN-Tower (kostet allerdings rund 30 CAN$) und eine Tour mit der Fähre nach Toronto Island empfohlen.
Die Idee finden wir an sich ganz gut, unsere Brieftaschen aber nicht. Vielleicht sparen wir dafür einfach ein bisschen mit dem Essen, denn sonst haben wir die nächsten 4 Tage ohnehin nichts zu tun. Morgen werden wir uns dann endlich mal ein Bankkonto bei der Scotia Bank zulegen, damit wir von zukünftigen Arbeitgebern auch Geld bekommen können.

Nebenbei muss ich mich auch noch mit meiner blöden Handynummer rumärgern, weil ich ständig Werbeanrufe von Rogers bekomme. Noch dazu wurde ich heute kurz nach 5 von einer mir unbekannten Nummer angerufen. Als ich ranging, herrschte ein paar Sekunden Stille, bis sich eine leise Stimme mit einem aggressiven, aber ruhigen Ton meldete und mich aufforderte, irgendetwas schnell zu erledigen. Nach nicht mal drei Sekunden hat er oder sie aufgelegt. Unheimlich. Später habe ich die Nummer über Google gesucht und festgestellt, dass auch Andere einen Anruf von dieser Person bekommen haben, und es sich dabei um einen Betrüger handelt. Auch, wenn das ein sehr merkwürdiger Versuch war, mich übers Ohr zu hauen, haarsträubend war es trotzdem.

Übrigens hat Tommy heute Geburtstag (Happy Birthday!). Hab ihm einen Kuchen spendiert, und er konnte jetzt endlich mal in einen Likör-Shop. Alkoholisches gibt es hier nämlich NUR in diesen speziellen Läden, und zwar erst ab 19. Eine 375ml-Flasche Captain Morgan kostet 17 CAN$ (~12,50€). Unglaublich.
Zum Abendbrot wollten wir eigentlich in einen Pub, den Jimmy uns empfohlen hat, aber wie sich herrausstellte, sind wir 20 Minuten lang in die entgegengesetzte Richtung gelaufen, so dass wir am Ende einfach zu Subway gegangen sind.


Das war es dann auch wieder für heute.
Have a nice day!

Montag, 15. September 2014

McDonald's for the win

Gestern bin ich leider nicht mehr zum Posten gekommen, da wir extrem schlechten Internetzugang hatten, und dann auch nur im Starbucks. Im Prinzip gibt es aber auch nicht viel zu erzählen.
Am morgen haben wir aus unserem Hostel ausgecheckt. Endlich. Zwar kam man dort gut an Infos und man konnte andere Backpacker kennenlernen, aber dafür war unser 6-Mann-Zimmer viel zu klein (ca. 1.5m Platz zwischen Betten und der gegenüberliegenden Wand),
die Abflüsse der Duschen waren manchmal verstopft und wenn man im Bett gelegen und nur die Hand bewegt hat (kein Witz), hat das Bett so laut geknarrt, dass alle im Zimmer wach wurden und die sich dann automatisch auch bewegt haben. Das ging dann immer so lange, bis keiner mehr schlafen konnte.

Jedenfalls haben wir gestern fürs Erste eine Unterkunft über www.airbnb.de gefunden, eine Website, wo Leute privat ihre Wohnungen bzw. Zimmer für einen bis mehrere Tage untervermieten können. Ist bei den Wohnungspreisen hier wahrscheinlich auch zwingend notwendig. Für heute haben schon wieder eine andere Wohnung, allerdings bei einem anderen Anbieter und dann gleich bis zum 20. September.

Apropos hohe Preise, gestern waren wir in einem richtigen, großen Supermarkt (ansonsten gibts hier nämlich fast nur kleine Drug Stores, wo es lediglich Getränke, Snacks und Ähnliches gibt). Die Preise sind echt abartig. Tierische Produkte und sonst eigentlich alles, was frisch ist, können wir uns einfach nicht leisten (oder nur selten). Gehacktes hat dort einen Kilogrammpreis von rund 15 CAN$ und mehr. Ein Kilo no-name Käse ist dort im Angebot (!) für 15 CAN$. Eine normale Packung Eier oder Milch fängt bei 4 CAN$ an. Ähnlich ist es bei Obst oder Gemüse. Überraschend wenig dagegen bezahlt man für Fertigessen, also Tütensuppen, Tiefkühlpizza, Konservendosen usw. Auch Getränke wie Pepsi sind relativ günstig. Es ist zwar ungesund, aber mit einem Essen bei McDonald's kommt man stellenweise echt günstiger weg. Immerhin konnte ich mir gestern Abend für 7 CAN$ eine Tiefkühlpizza, 2 Liter Apfelsaft und eine kleine Packung Makkaroni mit Käse leisten.
Dafür ist tanken verdammt billig. Ein Liter Diesel kostet umgerechnet nicht mal einen Euro. Dummerweise kann man sich davon nicht ernähren.

Sprachtechnisch machen wir, denke ich, ganz gute Fortschritte. Das Problem ist eigentlich nicht das schriftliche Englisch, sondern das Gesprochene. Kassierer oder Verkäufer z.B. rattern ihre üblichen Sätze so schnell und leise runter, dass wir oft noch 2 oder 3 mal nachhaken müssen, bis wir alles verstanden haben. Von den Gesprächen irgendwelcher Leute auf der Straße dagegen bekommt man im Vorbeigehen oft mehr mit, als man will.

Da wir an einem Sonntag hier sowieso nicht viel machen können, haben wir gestern fast nur ferngesehen, meistens The Big Bang Theory oder die Nachrichten. Eigentlich ist ersteres für uns Bildungsfernsehen, weil man sich so ganz gut an das schnelle Sprechen gewöhnen kann, und man hat Spaß beim Lernen.

Nebenbei scheint man hier eine ziemlich freie KFZ-Kennzeichen-Auswahl zu haben. Das folgende gefällt mir bis jetzt am besten:


Cheers!

Sonntag, 14. September 2014

But sh#t, it was 99 cents!

Heute haben wir uns endlich einen Handyvertrag besorgen können (Yay!), allerdings für ganze 31 CAN$ pro Monat. Prepaid-Karten gibt es hier irgendwie nicht. Außerdem hat einfach niemand in den Fachgeschäften Ahnung. Da etwas mit meinem Vertrag nicht stimmt, hat die eine Verkäuferin 5 Minuten lang durch meine Handyeinstellungen geblättert, um dann herauszufinden, dass es daran nicht liegen kann und mir danach einen Hörer mit einer Hilfshotline in die Hand gedrückt (wo übrigens niemand ans Telefon ging), deshalb hab ich es einfach mal darauf beruhen lassen und bin gegangen. War gestern mit Tommy in einem Apple-Shop, wo mehr als 20 Angestellte arbeiten. Die ersten beiden wussten sich schon nicht zu helfen und haben jeweils mit den Fingern auf andere Mitarbeiter gezeigt. Falls wir also keinen vernünftigen Job finden, ist das wahrscheinlich ein guter Anlaufpunkt.

Danach waren wir um 12 im Kino, denn hier findet zur Zeit das Toronto International Film Festival statt. In den Kinos der Stadt werden verschiedene gute Filme aus aller Welt gezeigt, original und nur mit englischen Untertiteln. Wir haben uns "Who Am I - No system is safe" angesehen - ein genialer deutscher Krimi/Action-Film über konkurrierende Hacker, natürlich in deutscher Sprache und mit englischen Untertiteln, und dabei ist der Film noch nicht mal in Deutschland erschienen
(wait, what?). Praktischerweise konnten wir als Deutsche immer bei den Witzen lachen, die die Kanadier nicht verstanden haben. Trotzdem ist der Film bei allen sehr gut angekommen und ich würde ihn auf jeden Fall weiterempfehlen! Absolut mind-blowing.

Da wir erst am 20.09. (und nicht schon wie geplant am 17.) auf die Farm können, die wir uns noch in Deutschland ausgesucht hatten, müssen wir auch erstmal so sparsam wie möglich mit unserem Geld umgehen (weil Toronto). Da vergleicht man im Supermarkt schon drei Mal die billigen Nudelsuppen. Zumal schon genug Geld für Handyverträge und co. drauf geht. Übrigens wird bei bestimmten Produkten die Mehrwertsteuer nicht mit einberechnet. Wenn man sich beispielsweise bei McDonalds einen Big Mac bestellt und 4.99 CAN$ auf dem Preisschild liest, bezahlt man tatsächlich 5.65 CAN$ (13% MwSt), was bei größeren Summen schon mal eine böse Überraschung darstellen kann. Außerdem gibt es nichts kleineres als 5 cent, so dass man bei krummen Preisen rundet. Bei 4.99 CAN$ wird also auf 5 CAN$ aufgerundet, und bei 3.67 CAN$ rundet man auf 3.65 CAN$ ab. Dadurch spart man sich die ganzen unnötigen 1- und 2-Cent-Stücke.
Im Moment müssen wir uns alle paar Stunden nach Wohnungen umschauen. Morgen um 11 müssen wir raus aus dem Hostel und warten immer noch auf eine Bestätigung für die nächsten 2 Tage.

Drückt uns die Daumen!

Samstag, 13. September 2014

Neues aus Toronto

Puh, da waren wir heut aber wieder ordentlich unterwegs. Sind um 8 aufgestanden und haben uns als erstes ein typisch kanadisches Frühstück gegönnt: Bacon, eggs and beans.
Haben uns dann erstmal in die Lobby gesetzt (wo ständig stundenlang zehn und mehr Leute mit Smartphones und Laptops sitzen, um ein bisschen Internet zu ergattern), bis uns dann um 10 eine nette kanadische Reiseführerin abgeholt und uns die interessantesten Ecken in unserer näheren Umgebung gezeigt hat. In der Stadt bekommt man fast das Gefühl, man ist winzig, weil einfach mal alle Gebäude, Flächen und Straßen riesengroß sind, obwohl verhältnismäßig ziemlich wenig Menschen da sind. Außerdem gibt es in Toronto für eine Großstadt sehr viele Grünanlagen und Parks. Sieht ziemlich cool aus.
Jedenfalls waren wir als erstes auf dem größten Markt in Old Toronto, wo es Stände gefüllt mit Fleisch, Meeresgetier, Käse und Krimskrams gab, die wahrscheinlich jeweils an die einhundert Meter Länge hatten. Dann ging es vorbei am CN Tower
in "The PATH", einem 371.000 Quadratmeter (!!!) großen Untergrundkomplex, gefüllt mit
Fressbuden, Business-Ecken und Geschäften. Außerdem haben wir uns schon mal mit der TTC (Torontos U-Bahn) vertraut gemacht, in der man sich ziemlich schnell zurechtfindet und man für 3 CAN$ (rund 2,10€) solange rumfahren darf, bis man die U-Bahn verlässt. Dazu gibts auch, anders als in Deutschland, funktionierende und unkomplizierte Automaten und Schalter an denen
man notfalls bezahlen und immer Geld wechseln kann.
Die Preise sind für eine Großstadt eigentlich ganz in Ordnung. Für Getränke in Malls oder in The PATH bezahlt man meistens an die 2 bis 3 CAN$ und für 10 CAN$ (7€) haben wir uns zu Mittag ein komplettes Menü bei KFC gegönnt. Nur sind wir dummerweise in Sachen Vorbereitung auf das Arbeitsleben kaum vorangekommen. Zwar haben wir jetzt eine kanadische Sozialversicherungsnummer, aber noch kein Bankkonto und in einer Mall randvoll mit Handyshops konnte uns niemand einen Handyvertrag oder funktionierende SIM-Karten anbieten. Dann werden wir morgen nochmal unser Glück versuchen.

Gute Nacht! (oder eben guten Morgen in Deutschland...)