Ahoy!
Insgesamt drei Tage lang waren wir bei unserem Couchsurfing-Host in der Rue Louis-Hébert. Zeitgleich mit unserer Ankunft in Montréal ist auch Max eingetroffen, oder "Gothi", wie wir ihn liebevoll nennen. Wir hatten ihn ja anfangs auf der Farm kennengelernt, falls ihr euch erinnert. Nach Halton Place ist er nach Winnipeg gegangen, was in Kanada allgemein wohl als ziemliches
Dreckloch bekannt ist - nicht gerade schön, sehr kalt, die Menschen grenzen sich voneinander ab, es gibt keine guten Freizeitmöglichkeiten und für kanadische Verhältnisse ist die Kriminalitätsrate relativ hoch. Deshalb ist er jetzt wieder hier. In der Zeit haben wir außerdem Alina (diesmal mit 'i', nicht mit 'e') getroffen, die auch auf der Farm gearbeitet hatte. Irgendwie finden die "Friends of Halton Place" immer wieder zusammen.
Jedenfalls hatten wir am Samstag, dem 22., ein Appartment nahe unseres hoffentlich zukünftigen Arbeitsplatzes gefunden. Da Gothi selbst auch noch keine konkreten Pläne hat, was Arbeit und Unterkunft angeht, haben wir beschlossen, eine WG zu gründen und uns eine Wohnung zu dritt zu teilen. Noch am Samstag durften wir die Wohnung besichtigen und waren uns eigentlich sehr schnell einig: Die soll es sein. Also sind wir schon Sonntag eingezogen und wir haben es uns gleich gemütlich gemacht.
Blick aus meinem Fenster.
Mein Schlafzimmer.
Wohnzimmer von der Couch aus.
Couch, mit Esszimmer im Hintergrund.
Küche.
Zur Wohnung selbst: Sie kostet jeweils etwa 1800$, was wir natürlich durch drei teilen, sodass jeder umgerechnet rund 450€ bezahlt. Nicht wenig, aber was soll man machen? Billigere Wohnungen sind entweder total abseits des Stadtlebens, ungemütlich oder schlecht ausgestattet. Wohnungen in den "edleren" Vierteln kriegt man dagegen erst ab 3000$+ und wir haben sogar eine Wohnung für 10.000$ gesehen (die tatsächlich auch mehrere positive Bewertungen hatte).
Unsere Vermieter sind sehr freundlich, sie haben uns ausführlich rumgeführt und fragen uns selbst jetzt noch öfters, ob denn alles in Ordnung ist. Wir hatten den Eindruck, sie waren selbst froh, die Wohnung endlich vermieten zu können, da es unbeliebte Zeiten sind, hier eine Wohnung zu mieten (haben wir uns sagen lassen). Wir haben ein Wohnzimmer mit zwei Sofas und einem Fernseher, der tatsächlich auch mal Kabelempfang hat (das zweite mal nach immerhin zehn Wochen in Kanada, yay!). Dann ein kleines Bad mit einer Badewanne mit integrierter Dusche. Die Küche ist komplett ausgestattet, inklusive Waschmaschine und Trockner, Ofen, Mikrowelle, Toaster, uvm., allerdings ohne Geschirrspüler, also müssen wir immer per Hand abwaschen. Da wir alle aber eine allgemeine Ordnung hier anstreben, wechseln wir uns gerne mal ab, also ist das nicht das Problem. Nebenbei Essen wir jetzt auch viel Gesünder, weil Gothi nämlich Vegetarier ist und wir in der Regel was kochen, was wir alle Essen. Auch, wenn unsere Essenszeiten dafür seit neuestem etwas abweichen. So gab es in den letzten Tagen auch gerne mal Frühstück um 1 und Mittag-/Abendessen... naja, irgendwann später.
Dann hat jeder noch ein einzelnes Schlafzimmer mit genug Platz und jeweils einem riesigen Queen-Size-Bett. Also so viel Schlafkomfort hatten wir schon seit Deutschland nicht mehr. Wir mussten bisher entweder: Uns ein Doppelbett mit nur einer Decke teilen, mit Schlafsäcken auf Sofas pennen, oder auf einzelnen Matratzen schlafen, die dafür aber klein und unbequem waren (und trotzdem noch in einem Zimmer). Jetzt kann man sich also rumwälzen, wie man will und muss auch nicht berücksichtigen, dass man jemanden dabei wecken könnte. Man selbst wird Morgens weder von anderen geweckt, die früher wach sind, noch von der Sonne, weil wir jetzt erstmals richtige, dunkle Gardinen haben. Erholsamer Schlaf garantiert.
Die Location ist eigentlich ganz in Ordnung; Direkt vor unserem Haus ist ein Park, in dem man joggen kann. Die Straße runter ist auch ein Wasserwerk, also bekommen wir selbst aus der Leitung angenehm frisches Wasser. Die Nachbarschaft an sich und die Straßen sind sehr ruhig. Die nächsten Supermärkte sind weniger als einen Kilometer entfernt und die "Hauptstraße" von Verdun (unserem Viertel), die Wellington Street, wo viele Restaurants und Geschäfte sind, ist von hier aus auch leicht zu erreichen. Noch dazu ist unsere hoffentlich zukünftige Arbeit nur 2,5km entfernt, also lediglich ein kurzer Fußweg für uns.
Übrigens haben wir am Dienstag (endlich!) eine Rückmeldung von Babel bekommen: An diesem Donnerstag bis Samstag findet ein Training statt, an dem Tommy und ich teilnehmen können. Das heißt: Morgen beginnt die vierte und letzte Phase der Bewerbung. Wir werden von 9 Uhr bis 17:30 ausgebildet und dafür auch bezahlt, und, wenn alles gut läuft, dürfen wir danach dann richtig mit dem Job anfangen. Ich habe noch keine wirkliche Ahnung, was uns morgen erwartet, aber ich bin auf jeden Fall richtig gespannt. Damit wir morgen ganz entspannt aufstehen und frühstücken können, werde ich jetzt auch erst einmal schlafen. Ein Update gibt es dann wieder am Wochenende -
also bis dahin!





































