Also sind wir doch noch zu ein bisschen Sightseeing gekommen :)
An einem Tag (und fragt mich nicht, an welchem) sind wir ins Parlament gegangen, wo regelmäßig kostenlose Touren angeboten werden, bei denen auch ein wenig geschichtliches erklärt wird. Vorher mussten wir uns genau wie an einem Flughafen noch mal komplett durchchecken und metallische Gegenstände durch einen Scanner laufen lassen. Jedenfalls, hier ein paar Fotos:
Die Parlamentsbibliothek.
Die folgenden Fotos wurden vom 'Peace Tower' aus geschossen, den ihr in meinem letzten Post schon gesehen haben dürftet.
Am 15. haben wir einen "deutschen Abend" veranstaltet, weil die anderen schon seit einer Weile mal was typisch deutsches essen wollten. Also sind wir, während unsere Mitbewohner und der 'Aussie' (wir hatten hier für ein paar Tage auch einen couchsurfer aus Australien) im Kino waren, in den nächsten Loblaws gegangen, den man zum Glück zu Fuß in weniger als 5 Minuten erreicht und haben uns ein paar Kartoffeln, "October Wurst", Sauerkraut und etwas Senf gekauft - was sonst. Die Bratwürste und die Kartoffeln waren ziemlich gut, wenn auch nicht so gut wie die aus der Heimat, das Sauerkraut war dagegen etwas zu sauer und hat nicht wirklich deutsch geschmeckt. Den Anderen scheint es aber gut gefallen zu haben.
Gestern war unser letzter Tag in Ottawa. Mittags waren Thomas, Lara und ich noch mal im 'Elgin Street Diner' essen - übrigens ein sehr empfehlenswertes, edles "Fast food"-Restaurant, falls ihr mal nach Ottawa kommen solltet - und natürlich wollten wir Abends zum Abschied noch ein mal für alle kochen. Mike hat uns mit einem kräftigen "Shnitzel!" begrüßt (die Kanadier tun sich schwer mit der Aussprache von 'sch' oder 'ch'), als er nach Hause kam, aber das war uns dann doch zu langweilig, also haben wir uns entschieden, Senf-Eier zu machen. Wer es nicht kennt, das sind Kartoffeln, natürlich mit gekochten Eiern und einer cremigen Soße mit etwas Senf. Ganz so gut wie zu Haus haben wir es zwar nicht hingekriegt, aber Heimatgefühle kamen beim Essen schon irgendwie hoch und den Anderen scheint es auch gut geschmeckt zu haben. Nachts waren wir mal wieder in "The Lieutenant's Pump" und haben mit Jeff angestoßen. Außerdem mussten wir uns schon mal von allen verabschieden, weil die ja alle schon frühs raus müssen. Aber wer weiß, vielleicht kommen wir nach unserem Aufenthalt in Montreal noch mal nach Ottawa, denn die Stadt hat uns auf jeden Fall gut gefallen.
Heute Morgen haben wir dann unsere Sachen gepackt, was mal wieder eine Stunde gedauert hat, weil man genau planen muss, wie man alles einpackt und selbst dann muss man noch quetschen ohne Ende, und danach sind wir zur nächsten Greyhound-Station gegangen, von wo dann 14 Uhr unser Bus nach Montreal fuhr.
16:30 Uhr dann in Montreal angekommen, mussten wir mal wieder warten, denn unser neuer Couchsurfing-Host kam erst kurz nach 18 Uhr nach Hause, also sind wir eine Weile mit unseren Rucksäcken in Richtung neues Appartment gelaufen, bis wir uns dann ein Taxi gerufen
haben, da es immerhin über 8km entfernt war, was wir mit so viel Gepäck zu Fuß wohl nicht überstanden hätten.
Als wir dann 18 Uhr da waren, haben uns unsere neuen Hosts auch gleich in Empfang genommen - eine ältere Frau und eine junge Spanierin, die sich zusammen die Wohnung teilen, und wir haben mit ihnen ein bisschen erzählt, hauptsächlich über unsere Reise und Kanada.
Da ich heute morgen nur drei Eier gegessen hatte und wir beide großen Hunger hatten, haben uns die beiden ein mexikanisches Restaurant um die Ecke empfohlen, das wohl sehr authentisch sei, zumindest laut einem Mexikaner, den sie kennen. Ich hatte einen Käse-Steak-Taco mit etwas Zwiebeln, Saurer Sahne und Grünzeug und Tommy hatte ein ganzes Menü, wobei der Hauptgang aus Reis mit Gemüse, einer Art Tomatensoße und Teigrollen gefüllt mit Fleisch, Käse o.Ä. bestand. Auf jeden Fall fanden wir beide unser Essen sehr gut und vielleicht gehen wir dort bald noch mal hin. Übrigens wird in den meisten Restaurants automatisch Wasser angeboten (kostenlos), was auch immer sofort wieder aufgefüllt wird, und zwar schon bevor es leer wird.
Allerdings hatten wir dann noch ein nicht gerade kleines Problem. Montreal ist eine größtenteils französischsprachige Stadt mit einem relativ kleinen Anteil englisch sprechender Kanadier, was wir natürlich vorher wussten. Trotzdem können die meisten Einwohner sowohl englisch, als auch französisch sprechen. Doch jetzt wird uns erst klar, wie sehr diese Stadt doch eigentlich französisch ist.
Schilder oder öffentliche Hinweise sind alle nur auf französisch (während sie in den meisten anderen Städten Kanadas immer zweisprachig angeboten werden). Gespräche mit den Leuten hier muss man aus Höflichkeit immer mit "Bonjour" beginnen und dann darf man bei Bedarf "Parlez-vous anglais?" fragen ("Sprechen sie englisch?").
In dem mexikanischen Restaurant zum Beispiel wurde nur französisch oder mexikanisch gesprochen. Zwar hatten wir beide mal Französisch in der Schule, aber irgendwann konnten wir auch das abwählen, wonach wir dann nie wieder französisch gesprochen haben, sodass es bei uns beiden doch ziemlich eingerostet ist. Und dabei hat meine Französischlehrerin immer gesagt, wie wichtig die Sprache doch sei, dass man in vielen Ländern der Welt damit etwas anfangen könne. Was wir natürlich nie geglaubt haben. Wir hatten sogar mal im Unterricht bewertete "Restaurant-Gespräche", also fiktive Situationen, in denen ein Schüler ein Kunde und der andere ein Kellner ist. Und jetzt sitzen wir beide hier in Montreal, einer Stadt im französischsprachigen Teil Kanadas und ärgern uns darüber, dass wir nur noch so wenig wissen.
Naja, so schlimm ist es dann doch nicht; immerhin sind uns im Restaurant heute noch einige übliche Phrasen eingefallen wie "Je voudrais un taco de steak et du frommage, s'il vous plaît", und immerhin haben wir beide am Ende bekommen, was wir wollten. Unsere Französischkenntnisse werden wohl ausreichen, aber die nächste Zeit wird definitiv wesentlich komplizierter, als wir dachten.
Der Hintereingang unseres Appartments in Ottawa.
Übrigens wirds hier langsam ziemlich frostig. Die letzten Tage waren es tagsüber -5°C, gefühlt -12°C (weil so windig) und es hat reichlich geschneit. Die Treppe beim Hintereingang unseres Appartments in Ottawa war zugefroren und der Türriegel hat manchmal einfach festgesteckt, sodass man die Tür nicht richtig schließen konnte. Unsere Mitbewohner sind von der Kälte übrigens genauso wenig angetan wie wir, aber wir wissen alle, mit -5°C ist es in Kanada noch lange nicht getan. Der Taxifahrer heute meinte, dass -20°C in Montreal im Winter ganz normal wären und es sogar mal -40°C werden können - gosh - und, um es zusammenzufassen, gibt es zum Abschluss noch einen kurzen Cartoon.
("Bitch, please" bedeutet in dem Zusammenhang "Lächerlich")
Au revoir!











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