Kleine Aktualisierung weiter unten :)
Mal zwischendurch ein Update über unsere momentane Arbeit hier.
In letzter Zeit kriegen wir öfters mal kleine und große "besondere Aufgaben". So wollte beispielsweise der Handwerker/Elektriker/Maler/Was-auch-immer-er-noch-macht einen bestimmten Lohn für das Untergeschoss haben und dann für die oberen Stockwerke, die schätzungsweise deutlich weniger zu streichende Flächen besitzen, die selbe Bezahlung. Martin hat dann alles ausgemessen. Tatsächlich waren es oben etwa 150m² weniger Wand- und Deckenfläche. Stattdessen hat nun Martin größtenteils das Streichen übernommen. Zwischendurch waren auch Tommy und ich mal für einen Tag dran.
Ich musste neulich ein 1,50m tiefes Loch graben, damit die Elektriker dort einen Stütz-Anker für einen Strommast einbuddeln konnten. Da das Loch dazu auch noch möglichst schmal sein sollte (auf Bodenhöhe waren es etwa 30cm Durchmesser), hab ich über den Verlauf von zwei Arbeitstagen etwas über 1,40m geschafft, was anscheinend gereicht hat. Zum Glück, denn danach ging wirklich gar nichts mehr. Unsere besonderen Aufgaben sind also nicht immer ganz so cool.
Dann sollten wir heute - wie jeden Tag - Unmengen an Laub zusammenharken und dann entweder zum Komposthaufen bringen oder verbrennen, je nach Lage. Die Blätter waren zwar nass, aber von innen vertrocknet. Da wir Deutschen ja allgemein gut darin sind, Feuer zu machen, hätte es theoretisch gereicht, einen Laubhaufen mittels Papier oder notfalls ein paar Tropfen Benzin
anzuzünden, das Wasser wäre (bzw. ist) dann also einfach verdampft. Doch Don, der Pyromane, hatte mich vorher losgeschickt, einen Kanister Benzin von der privaten Tankstelle der Farm zu holen. Ich hatte eigentlich gedacht, dass er den für das Laubgebläse brauch - stattdessen kippte er einfach einen Liter davon auf die Laubhaufen und zündete sie dann an. Der Knall jeweils danach war nicht schlecht und man hörte sie teilweise sogar bis ans andere Ende des Grundstücks. Hat zwar funktioniert, denn die meisten Blätter wurden durch die Explosionen einfach komplett zerfetzt, ist aber natürlich leicht übertrieben.
Haste ma Feuer? Also wir ham.
Da wir zum Mittag (wie immer) nur die Auswahl zwischen Nudeln oder Reis und Eiern und Käse als Beilage hatten, hat Martin ein paar Zutaten zusammengesucht und Pfannkuchen gemacht. Eine sehr gute Abwechslung. Außerdem haben sie genau wie die von Mutti geschmeckt. Nachmittags ging es dann weiter mit dem Laub (allerdings weniger Actionreich). Später, vor dem Aufräumen der Baustelle, haben wir endlich mal die Seilbahn mit dem Reifen probiert und sind ein wenig im Gras herumgerollt. Videos dazu vielleicht später ;)
Mal nebenbei noch ein Beispiel von der übertriebenen Nettigkeit der Kanadier: Gestern waren wir wieder einkaufen. Martin hatte den Einkaufswagen und ist ausversehen von hinten gegen eine Frau gefahren, während er weggesehen hat. Die Frau hat sich umgedreht und meinte "I'm sorry". So nach dem Motto: "Aua! Tut mir Leid, dass ich im weg stehe."
Zu guter Letzt will ich noch mal auf Bubbles eingehen. Wir sind hier ja nun schon über vier Wochen und ich muss sagen, dass sich dieser Hund seitdem am meisten verändert hat. Das merkwürdige Krächzen und Röcheln kommt anscheinend daher, dass Zoey (die fiese, große, schwarze Hündin) Bubbles ein mal in den Hals gebissen hat. Dann sind Bubbles' Augen wahrscheinlich nicht mehr so gut, was erklärt, warum sie sehr oft erst mal bellt, wenn jemand die Haustür aufmacht oder sonst irgendwie draußen Lärm verursacht. Noch dazu wurde sie angeblich mal mit einem Schuh geschlagen, deshalb hat sie es wahrscheinlich bisher auch vermieden, sich von uns streicheln zu lassen. Die Jüngste ist sie auch nicht mehr. Bubbles hat also schon eine ganze Menge hinter sich.
Aber in letzter Zeit bellt sie viel seltener, wenn wir kommen, sondern macht eher einen freudigen Eindruck. Sie lässt sich außerdem viel mehr streicheln und springt einem sogar manchmal auf den Schoß, und es scheint so, als käme sie dann auch endlich mal zur Ruhe (vorher konnten wir nie beobachten, dass sie mal schläft oder sich wenigstens hinlegt). Bubbles scheint mittlerweile viel zufriedener zu sein, als zu unserer Ankunft und wir kommen immer besser mit ihr aus. Auch, wenn wir nicht mit allem hier einverstanden und glücklich sind; es tut gut, wenn man sieht, dass man hier etwas bewirkt hat.
Also dann, ciao!



















