Vom Tellerwäscher zum Millionär?
Meine eigentliche Jobposition lautet ja 'Stewart'. Hauptsächlich stehen wir an ein paar Spülen und säubern mit Druck Teller, Besteck, Töpfe, Pfannen - was eben so beim Kochen und beim Essen anfällt. Danach kommt das Zeug für ein paar Sekunden in eine Art Geschirrspülmaschine. Danach trocknet es dann kurz und wir stapeln es auf Handwagen, um es dann bei Gelegenheit wegzubringen.
In der Regel stehen wir nur zu Zweit da. Häufig ist die Arbeit relativ entspannt, aber wenn dann die 'Rush Hours' beginnen, zum Beispiel die übliche Abendbrotzeit, kann es schon mal sehr hektisch werden. In der einen Sekunde steht man noch gelangweilt da, in der nächsten Stapelt sich plötzlich das Geschirr vor der Nase.
Je nach Bedarf müssen wir aber auch Zutaten putzen, Gemüse schneiden/schälen oder den Köchen zur Hand gehen. Dadurch haben wir halbwegs Abwechslung und es wird nicht ganz so schnell langweilig.
Leider riecht es, anders, als erwartet, nicht wirklich lecker in der Küche. Meistens nach Essig, rohem Fleisch oder Gewürzen, von denen ich noch nie gehört hab. Das Gute ist aber, dass man an der Bar kostenlos verschiedene Getränke bekommt. Ein weiterer Vorteil daran, in einer Küche zu arbeiten, ist, dass 2-3 Stunden vor Feierabend (in meinem Fall so ab 21 Uhr) Reste vom Gourmet-Fraß überbleiben. Am ersten Tag, also vorgestern, gab es zum Beispiel leckeren Kartoffelsalat oder Kartoffelbrei, und es war so viel übrig, dass ich dort einen Teller essen und mir immer noch zwei große Portionen einpacken lassen konnte. Gestern gab es sogar Hänchnen- und Schweinefilets. In der Küche gibt es auch eine kleine Bäckerei, also kann man zwischendurch frisches Brot oder Muffins naschen. Manchmal backen meine Kollegen auch zum Schluss noch etwas Brot, das wir dann mit rüber zum Wohnhaus nehmen.
Obwohl mein Lohn von 10,75$ nur knapp über dem Mindestlohn liegt, kann ich hier trotzdem sehr gut verdienen. Im Vergleich: In Montreal bekam ich 13$ die Stunde. Dafür musste ich dort für unser Appartment (auch, wenn es an sich wesentlich besser war) 530$ Miete bezahlen, wohingegen es hier nur 200$ sind. Während ich mich dort für mehr als 70$ pro Woche ernährt hab, sind es hier vielleicht nur 25$ - immerhin gibt es genug in der Küche. Ich muss auch sagen, dass ich das Tellerwaschen bisher weniger ermüdend finde, als Videospiele zu testen (diese Ironie!). Außerdem brauche ich nur 2 Minuten bis zum Arbeitsplatz - in Montreal war es immer eine halbe Stunde. Und bei Plusgraden zur Arbeit zu gehen ist auch angenehmer, als bei höchstens -20°C.
Hier ist zwar sonst nicht viel los, da das Hotel ziemlich abgeschieden ist. Dafür aber treffen wir uns meistens vor oder nach der Arbeit im 'staff house', wo wir wohnen. Um in die Stadt zu kommen, bieten manche Mitarbeiter Fahrgemeinschaften an. Ansonsten hat man hier definitiv seine Ruhe und es gibt viel Natur. Genau das, was ich nach dem ganzen Reisen brauch.
Fürs erste gefällt es mir hier ziemlich gut und ich denke, es lässt sich hier noch eine Weile aushalten. Bis zum Flug nach Hause sind es auch nur noch 3,5 Monate. Mittlerweile vergeht die Zeit immer schneller und es kommt mir so vor, als wären Tommy und ich erst vor ein paar Tagen aus Montreal losgefahren. Gleichzeitig gibt es aber immer noch so viel zu tun und zu sehen. Wie Martin von der Farm ein mal gesagt hatte: "Wenn man zurück schaut, ist man schon so lange hier, aber wenn man nach vorne schaut, liegt noch so viel vor einem". Ich bleibe wie immer gespannt.
Bis dann!
Freitag, 3. April 2015
Mittwoch, 1. April 2015
R.I.P., Das Auto :(
Ahoy!
Am Ende sind wir, wie schon so oft, doch noch einige Tage länger bei unserem letzten Couchsurfing-Gastgeber, Gordon, geblieben.
Eines Nachts um 1 Uhr, als wir gerade zusammen Filme geschaut haben, kam einer von Gordons Freunden vorbei - ein Typ aus Ägypten - und fragte, ob wir nicht um 7 Uhr Morgens arbeiten wollen. Da wir ohnehin in den nächsten Tagen nicht viel vorhatten und ein bisschen Taschengeld nie schadet, haben wir zu gestimmt. Die Kerle leiten ein Umzugsunternehmen. Die Arbeit war an sich aber nicht schwer. Meistens mussten wir nur kleine Rollwagen mit Kisten darauf umherschieben und auf Trucks laden. Bis auf einen Tag, da gab es reichlich Metallmüll, Bretter und Paletten, die wir aus dem 7. Stock eines Hochauses ins Erdgeschoss tragen mussten - und danach mussten wir natürlich wieder den ganzen Weg hoch, da es keinen Fahrstuhl gab. Nach sechs Stunden lagen sogar meine Kollegen breit, die sowas täglich machen.
Die Tage haben wir uns auch noch mal mit Paul getroffen und sind mit einer Fähre nach Bowen Island gefahren.
Dort gab es nicht wirklich viel, abgesehen von Natur und ein paar Gaststätten. Wir sind bei Regen (den wir, solange ich in Vancouver war, jeden Tag hatten) durch einige Parks spaziert. Leider gibt es hier keine Fotos, da mein Handy zu dem Zeitpunkt alle war. Kurz nach 6 sind wir wieder nach Hause gefahren, wobei wir auf dem Rückweg Paul auf unserem Bett mitgenommen hatten. Wir haben Tommy abgesetzt und ich bin danach noch mit Paul in ein Currywurst-Restaurant gegangen, wo wir Currywurst mit Pommes bestellt haben, die überraschend "Deutsch" und überraschend lecker war.
Weitere Fotos vom Hotel selbst findet ihr auf http://www.sparklinghill.com/ - die sind sicherlich wesentlich aussagekräftiger als die, die ich machen könnte ;)
Ansonsten folgen natürlich noch welche in den nächsten Tagen.
Gestern konnte nich noch mal gammln. Ein Kollege hat mich mit nach Vernon genommen, um dort etwas Essen für die nächsten Tage einzukaufen. Kochen kann ich entweder in meinem kleinen, aber gemütlichen Zimmer, oder im Gemeinschaftsraum, btw. Küche. Das Zimmer für nur 200$ pro Monat teile ich mir mit einem Kanadier, der im Hotel Sandwiches zubereitet. Gestern hat mich außerdem ein Schweizer rumgeführt und meinen Arbeitsplatz gezeigt. In der Küche angekommen kamen uns schnell drei Köche entgegen: "Na, wie geht 's?" - die Deutschen sind echt überall.
Heute beginnt auch mein erster Arbeitstag und ich werde wohl von 16 Uhr bis 24 Uhr arbeiten.
Das wäre es auch wieder fürs erste. Das nächste mal schreibe ich dann wieder, wenn ich mich hier ein wenig eingelebt und eingearbeitet habe.
Ciao!
Ahoy!
Am Ende sind wir, wie schon so oft, doch noch einige Tage länger bei unserem letzten Couchsurfing-Gastgeber, Gordon, geblieben.
Eines Nachts um 1 Uhr, als wir gerade zusammen Filme geschaut haben, kam einer von Gordons Freunden vorbei - ein Typ aus Ägypten - und fragte, ob wir nicht um 7 Uhr Morgens arbeiten wollen. Da wir ohnehin in den nächsten Tagen nicht viel vorhatten und ein bisschen Taschengeld nie schadet, haben wir zu gestimmt. Die Kerle leiten ein Umzugsunternehmen. Die Arbeit war an sich aber nicht schwer. Meistens mussten wir nur kleine Rollwagen mit Kisten darauf umherschieben und auf Trucks laden. Bis auf einen Tag, da gab es reichlich Metallmüll, Bretter und Paletten, die wir aus dem 7. Stock eines Hochauses ins Erdgeschoss tragen mussten - und danach mussten wir natürlich wieder den ganzen Weg hoch, da es keinen Fahrstuhl gab. Nach sechs Stunden lagen sogar meine Kollegen breit, die sowas täglich machen.
Die Tage haben wir uns auch noch mal mit Paul getroffen und sind mit einer Fähre nach Bowen Island gefahren.
Dort gab es nicht wirklich viel, abgesehen von Natur und ein paar Gaststätten. Wir sind bei Regen (den wir, solange ich in Vancouver war, jeden Tag hatten) durch einige Parks spaziert. Leider gibt es hier keine Fotos, da mein Handy zu dem Zeitpunkt alle war. Kurz nach 6 sind wir wieder nach Hause gefahren, wobei wir auf dem Rückweg Paul auf unserem Bett mitgenommen hatten. Wir haben Tommy abgesetzt und ich bin danach noch mit Paul in ein Currywurst-Restaurant gegangen, wo wir Currywurst mit Pommes bestellt haben, die überraschend "Deutsch" und überraschend lecker war.
Am 28. haben wir uns, wie schon erwähnt, mit Anna getroffen und eine Wohnung zu dritt gemietet. Am ersten Abend waren wir in einem Pub, am zweiten Tag haben wir hauptsächlich in der Wohnung gegammelt. Mittlerweile stand schon fest: Anna fliegt am 30. nach Hause, ich nehme am 30. den Bus nach Vernon, BC, wo ich im Wellness-Hotel arbeiten werde und Tommy will in Vancouver bleiben.
Großstadt ist nicht wirklich was für mich, deswegen wird es mir dort sehr gut gefallen, denke ich.
Damit wurde es auch immer dringlicher, das Auto loszuwerden. Wir hatten uns vorher schon erkundigt und eine Inspektion machen lassen (pflichtmäßig für Autos außerhalb der Provinz British Columbia). Es fiel in etlichen Punkten durch. Der schwerwiegendste war aber wohl, dass Autos in Quebec durch das ganze Streusalz so schnell verrosten, dass sie kein Händler haben will - meiner Ansicht nach sah es noch relativ in Ordnung aus, aber das brachte uns leider auch nichts. Unsere einzige Option war also: Verschrotten.
Tja, es kommt eben immer dümmer, als man denkt. Aber so ist es nun mal. Anders hätten wir es nicht machen können. Busreisen wären teurer und lange nicht so flexibel gewesen. Ein Mietwagen kam auch nicht in Frage. Wir hätten auch nicht vorher in eine andere Provinz gehen können, um ein Auto zu kaufen, da wir so riesige Umwege hätten nehmen müssen. Außerdem wären dann auch der Kaufpreis und Versicherungskosten viel höher gewesen. Immerhin haben wir so am Ende unsere einmalige Rundreise schaffen können, die anders oder zu einem späteren Zeitpunkt vielleicht nicht mehr möglich gewesen wäre.
Uns ist das Auto seitdem auch schon ziemlich ans Herz gewachsen, da es uns sonst immer sicher von A nach B gebracht hat, ohne größere Schwierigkeiten zu bereiten, drum legen wir hier eine Schweigeminute für einen gefallenen Helden ein.
R.I.P., "Das Auto" - 30.03.2015
Kurz nach 12 Uhr am 30. März habe ich mich dann von Tommy und Anna verabschieden müssen, um den Bus ins 300 km (aber 6 Stunden) entfernte Vernon, BC zu nehmen. Von dort aus wurde ich von einem der Angestellten des Resorts abgeholt und wir fuhren etwa 15 Minuten durch eine sehr dünn besiedelte Landschaft, bis wir dann zum Schluss an einigen ziemlich luxoriösen Häusern vorbei fuhren und schließlich das Hotel erreichten. Fürs erste hab ich mich mit einigen Leuten im Personalhaus (etwa 200 m abseits vom Hotel) vertraut gemacht - auch hier wieder sehr viele Deutsche. Auch das Hotel selbst habe ich kurz besichtigt. Die Leute dort sind unglaublich nett. Auch die Landschaft ist wie immer sehr schön und vor allem sehr weitläufig.
Ansonsten folgen natürlich noch welche in den nächsten Tagen.
Gestern konnte nich noch mal gammln. Ein Kollege hat mich mit nach Vernon genommen, um dort etwas Essen für die nächsten Tage einzukaufen. Kochen kann ich entweder in meinem kleinen, aber gemütlichen Zimmer, oder im Gemeinschaftsraum, btw. Küche. Das Zimmer für nur 200$ pro Monat teile ich mir mit einem Kanadier, der im Hotel Sandwiches zubereitet. Gestern hat mich außerdem ein Schweizer rumgeführt und meinen Arbeitsplatz gezeigt. In der Küche angekommen kamen uns schnell drei Köche entgegen: "Na, wie geht 's?" - die Deutschen sind echt überall.
Heute beginnt auch mein erster Arbeitstag und ich werde wohl von 16 Uhr bis 24 Uhr arbeiten.
Das wäre es auch wieder fürs erste. Das nächste mal schreibe ich dann wieder, wenn ich mich hier ein wenig eingelebt und eingearbeitet habe.
Ciao!
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