Mittwoch, 1. April 2015

R.I.P., Das Auto :(

Ahoy!

Am Ende sind wir, wie schon so oft, doch noch einige Tage länger bei unserem letzten Couchsurfing-Gastgeber, Gordon, geblieben.
Eines Nachts um 1 Uhr, als wir gerade zusammen Filme geschaut haben, kam einer von Gordons Freunden vorbei - ein Typ aus Ägypten - und fragte, ob wir nicht um 7 Uhr Morgens arbeiten wollen. Da wir ohnehin in den nächsten Tagen nicht viel vorhatten und ein bisschen Taschengeld nie schadet, haben wir zu gestimmt. Die Kerle leiten ein Umzugsunternehmen. Die Arbeit war an sich aber nicht schwer. Meistens mussten wir nur kleine Rollwagen mit Kisten darauf umherschieben und auf Trucks laden. Bis auf einen Tag, da gab es reichlich Metallmüll, Bretter und Paletten, die wir aus dem 7. Stock eines Hochauses ins Erdgeschoss tragen mussten - und danach mussten wir natürlich wieder den ganzen Weg hoch, da es keinen Fahrstuhl gab. Nach sechs Stunden lagen sogar meine Kollegen breit, die sowas täglich machen.


Die Tage haben wir uns auch noch mal mit Paul getroffen und sind mit einer Fähre nach Bowen Island gefahren.


Dort gab es nicht wirklich viel, abgesehen von Natur und ein paar Gaststätten. Wir sind bei Regen (den wir, solange ich in Vancouver war, jeden Tag hatten) durch einige Parks spaziert. Leider gibt es hier keine Fotos, da mein Handy zu dem Zeitpunkt alle war. Kurz nach 6 sind wir wieder nach Hause gefahren, wobei wir auf dem Rückweg Paul auf unserem Bett mitgenommen hatten. Wir haben Tommy abgesetzt und ich bin danach noch mit Paul in ein Currywurst-Restaurant gegangen, wo wir Currywurst mit Pommes bestellt haben, die überraschend "Deutsch" und überraschend lecker war.


Am 28. haben wir uns, wie schon erwähnt, mit Anna getroffen und eine Wohnung zu dritt gemietet. Am ersten Abend waren wir in einem Pub, am zweiten Tag haben wir hauptsächlich in der Wohnung gegammelt. Mittlerweile stand schon fest: Anna fliegt am 30. nach Hause, ich nehme am 30. den Bus nach Vernon, BC, wo ich im Wellness-Hotel arbeiten werde und Tommy will in Vancouver bleiben.
Großstadt ist nicht wirklich was für mich, deswegen wird es mir dort sehr gut gefallen, denke ich.

Damit wurde es auch immer dringlicher, das Auto loszuwerden. Wir hatten uns vorher schon erkundigt und eine Inspektion machen lassen (pflichtmäßig für Autos außerhalb der Provinz British Columbia). Es fiel in etlichen Punkten durch. Der schwerwiegendste war aber wohl, dass Autos in Quebec durch das ganze Streusalz so schnell verrosten, dass sie kein Händler haben will - meiner Ansicht nach sah es noch relativ in Ordnung aus, aber das brachte uns leider auch nichts. Unsere einzige Option war also: Verschrotten.
Tja, es kommt eben immer dümmer, als man denkt. Aber so ist es nun mal. Anders hätten wir es nicht machen können. Busreisen wären teurer und lange nicht so flexibel gewesen. Ein Mietwagen kam auch nicht in Frage. Wir hätten auch nicht vorher in eine andere Provinz gehen können, um ein Auto zu kaufen, da wir so riesige Umwege hätten nehmen müssen. Außerdem wären dann auch der Kaufpreis und Versicherungskosten viel höher gewesen. Immerhin haben wir so am Ende unsere einmalige Rundreise schaffen können, die anders oder zu einem späteren Zeitpunkt vielleicht nicht mehr möglich gewesen wäre. 
Uns ist das Auto seitdem auch schon ziemlich ans Herz gewachsen, da es uns sonst immer sicher von A nach B gebracht hat, ohne größere Schwierigkeiten zu bereiten, drum legen wir hier eine Schweigeminute für einen gefallenen Helden ein.


R.I.P., "Das Auto" - 30.03.2015

Kurz nach 12 Uhr am 30. März habe ich mich dann von Tommy und Anna verabschieden müssen, um den Bus ins 300 km (aber 6 Stunden) entfernte Vernon, BC zu nehmen. Von dort aus wurde ich von einem der Angestellten des Resorts abgeholt und wir fuhren etwa 15 Minuten durch eine sehr dünn besiedelte Landschaft, bis wir dann zum Schluss an einigen ziemlich luxoriösen Häusern vorbei fuhren und schließlich das Hotel erreichten. Fürs erste hab ich mich mit einigen Leuten im Personalhaus (etwa 200 m abseits vom Hotel) vertraut gemacht - auch hier wieder sehr viele Deutsche. Auch das Hotel selbst habe ich kurz besichtigt. Die Leute dort sind unglaublich nett. Auch die Landschaft ist wie immer sehr schön und vor allem sehr weitläufig.



Weitere Fotos vom Hotel selbst findet ihr auf http://www.sparklinghill.com/ - die sind sicherlich wesentlich aussagekräftiger als die, die ich machen könnte ;)
Ansonsten folgen natürlich noch welche in den nächsten Tagen.

Gestern konnte nich noch mal gammln. Ein Kollege hat mich mit nach Vernon genommen, um dort etwas Essen für die nächsten Tage einzukaufen. Kochen kann ich entweder in meinem kleinen, aber gemütlichen Zimmer, oder im Gemeinschaftsraum, btw. Küche. Das Zimmer für nur 200$ pro Monat teile ich mir mit einem Kanadier, der im Hotel Sandwiches zubereitet. Gestern hat mich außerdem ein Schweizer rumgeführt und meinen Arbeitsplatz gezeigt. In der Küche angekommen kamen uns schnell drei Köche entgegen: "Na, wie geht 's?" - die Deutschen sind echt überall.
Heute beginnt auch mein erster Arbeitstag und ich werde wohl von 16 Uhr bis 24 Uhr arbeiten.

Das wäre es auch wieder fürs erste. Das nächste mal schreibe ich dann wieder, wenn ich mich hier ein wenig eingelebt und eingearbeitet habe.

Ciao!

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