Freitag, 10. Oktober 2014

Und sonst?

Hier passiert zwar nicht viel, aber ein bisschen Neues kann ich dann doch noch zusammenkratzen. Montag und Dienstag sind zwei neue Backpacker gekommen: Alena, die kümmert sich jetzt zusammen mit Lara um die Pferde (wobei das jetzt eigentlich schon genug Leute tun, das heißt sie sind früher fertig und helfen uns manchmal dabei, die Baustelle sauber zu machen, was wir natürlich sehr begrüßen). Allerdings verlässt dafür Lara in ein paar Tagen die Farm. Dann ist da noch Martin, der uns nun mit dem Außenbereich hilft. Noch dazu kann er ganz gut kochen. Er hat uns aus simplen Zutaten ganz ordentliches Essen gezaubert. Was das Kochen angeht, am Willen hat es bis jetzt nicht gelegen, es gibt nur keine guten Zutaten. Meistens gibt es trockenen Reis oder Nudeln, oft nur mit Gemüse oder ein bisschen Fleisch dazu. Selten auch mal Soße. Über eine gelegentliche Dose Pepsi und dazu Tortillas oder Kekse freut man sich deshalb ganz besonders.

Heute sind wir endlich mit dem Pflanzen der Hecken fertig geworden - 750 Stück. Jedes einzelne Loch haben wir eigenhändig gegraben und bepflanzt. Eigentlich wurde dafür eine Maschine bestellt, ein sogenannter "Trench Digger" ("Graben-Gräber"), aber trotz ausführlicher Anleitung war das Ding unbedienbar. Leider war der Boden steinhart und manche Stellen tatsächlich sogar aus Stein.
Ansonsten gibt es hier nicht mehr so viel zu tun. Das Rasenmähen hat sich bald erledigt, dafür werden wir demnächst sehr viele Blätter harken müssen. Natürlich müssen wir nach wie vor die Baustelle saubermachen, diesmal auch die oberen Stockwerke. Wenn nur die Bauarbeiter nicht wären... Nach 2 Wochen sind die so weit, dass sie nach der Arbeit zumindest ihren Arbeitsbereich saubermachen. Dafür lassen die einfach überall ihren privaten Müll rumstehen, also Kaffebecher von Tim Hortons (meistens halbvoll) oder Donut-/Burgerpackungen. In Deutschland würde man das sicher nicht so machen - zumal die auch wissen, dass wir da jeden Tag komplett saubermachen müssen. Dann verteilen die jedes Mal die Mülleimer, Besen und Kehrbleche, so dass wir erst nach 10 Minuten fragen und suchen anfangen können. Darüber könnten wir uns immer wieder grün und blau ärgern. Und der größte Witz ist ja, dass gestern in unserem Zimmer ein Elektriker die Wand aufgerissen hat, um einen Lüftungsschacht zu bauen (unser Zimmer ist bautechnisch noch nicht mal fertig). Den ganzen Müll, der dabei enstanden ist, hat er natürlich nicht weggeräumt, geschweige denn zusammengefegt. In einem fremden, sichtbar bewohnten Zimmer. Man, man, man.


Immerhin der Tischler, Tim, ist ganz gut drauf. Er kennt passenderweise nur zwei deutsche Wörter, nämlich "kaputt" und "sch##ße". Und so, liebe Kinder, sieht das aus, wenn man nicht mit dem metrischen System arbeitet. Das sind Tims Notizen:


Das hier ist übrigens Bubbles.
Eigentlich hat jeder der Hunde hier einen Schaden: Winchester ist zwar lebenslustig und freundlich zu allen, hört aber kein bisschen. Zoey ist hier mit Abstand die größte Hündin, hat aber vor alles und jedem Angst und knurrt jeden an, der ihr 5m zu nahe kommt. Fritz ist lieb, aber als Wachhund total nutzlos. Wenn Fritz jemanden sieht, rennt er bellend auf denjenigen zu und hört sofort auf, wenn man ihm die Hand hinhält. Dann gibt es noch Princess, die Menschen gegenüber mal so, mal so drauf ist. Dann sind da Rocky und Mariechen, zwei weiße Terrier, die zwar eigentlich ganz cool sind, aber stinken wie ein Paar Socken auf Beinen.

Rocky.

Ja, aber Bubbles, die ist noch mal eine ganz andere Nummer. Sie begrüßt uns jeden Morgen mit einem ohrenbetäubenden Bellen, und wird nur ruhig, wenn man lauter brüllt als sie. Bubbles rastet jedes mal aus und bellt, wenn sie einen anderen Hund in der Nähe hört oder sieht (egal, ob sie sich mit ihm verträgt); beim Essen bettelt sie ständig und wenn jemand in die Küche geht, kommt sie hinterher und steht dann nur im Weg. Und wenn man sie streichelt, rennt sie entweder schnell weg oder rollt sich auf dem Boden und grunzt wie eine tollwütige Hyäne. Immerhin wird es mit den Hunden hier nie langweilig.

Das wär's dann wieder. See ya!

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