Donnerstag, 13. November 2014

Remembrance Day - "A day to remember"

So heißt es in der Zeitung, denn am Dienstag hatte ein Reporter Jeff begleitet und seinen Arbeitstag am Remembrance Day mitverfolgt. Wenn ihr Lust habt, könnt ihr die Geschichte hier nachlesen:
http://ottawacitizen.com/news/local-news/a-day-to-remember-one-soldiers-nov-11

Fünf Tage ist mein letzter Post schon wieder her und ich versuche gerade zu überlegen, was wir denn eigentlich in der Zwischenzeit gemacht haben. Also, am Montag war ja unser Telefon-Interview. Es ging eigentlich relativ schnell (20 Minuten für jeden von uns). Am Anfang ging es noch mal um persönliche Fragen, die an sich genau so schon im Test gestellt wurden. Wahrscheinlich wollte Ms Sanchez (unsere Ansprechpartnerin während des Bewerbungsprozesses) einfach nur mal unsere Stimme hören, um uns etwas besser kennen zu lernen. Dann hat sie uns mehr über den Job erklärt, zum Beispiel dass er sehr 'repetitive', sich wiederholend sei. Man wird also ein Spiel bis zu einem bestimmten Punkt spielen, Übersetzungs- und Spielfehler einreichen und dabei Korrekturen für erstere anbieten müssen. Hat man dies getan, versucht der Hersteller, diese Fehler zu beheben und die bearbeitete Version des Spiels zurück zu den Testern zu schicken. Dann spielt man genau diesen Teil des Spiels noch mal und hofft darauf, dass alles behoben ist, was aber wohl selten der Fall sei.

Außerdem hat sie erzählt, dass wir ein Training abschließen müssen (was wir vorher zwar schon wussten), was aber nicht immer stattfindet. Das letzte wäre Dienstag gewesen, was wir dann aber wieder auch nicht wollten, da Dienstag ja der Remembrance Day war und unsere Mitbewohner uns gebeten haben, unbedingt bis dahin zu bleiben. Das nächste könnte wohl entweder in der nächsten, oder in der übernächsten Woche stattfinden. Genau konnte sie uns das noch nicht sagen, aber sie meldet sich, sobald sie genaueres weiß. Solange müssen wir noch überlegen, wie wir Geld einsparen oder vielleicht noch irgendwie etwas dazu bekommen können. Auch, wenn unsere Mitbewohner uns hier sehr willkommen heißen, wollen wir ihnen auch nicht zu sehr auf der Tasche liegen.
Von den 500 CAD$, die wir auf Halton Place für unsere Arbeit bekommen haben, sind jetzt noch 150$ übrig, da ich eigentlich nur Cash bezahle. Außerdem hab ich noch ca. 130€ für die letzte Wohnung und mein Ticket ausgegeben. Ob das viel ist und inwiefern wir genug wieder reinkriegen, damit wir uns später ein Auto leisten können, zeigt sich dann, wenn wir endlich arbeiten dürfen.
Nebenbei scheint es die Verkäufer hier manchmal ziemlich zu verwirren, wenn man nicht mit Karte bezahlt. Einmal hatte ich einer Verkäuferin in Milton einen 20$-Schein gegeben. Daraufhin hat sie mich nur entsetzt angesehen, eine Weile überlegt, sich dann entschuldigt und mir mein Wechselgeld gegeben.

Aaaaanyway, am Dienstagmorgen gab es, wie schon erwähnt, eine Militärparade beim War Memorial. Bei der Zeremonie ging es logischerweise hauptsächlich um einen Gedenktag für die Gefallenen in vorigen Kriegen. Danach, also 13 Uhr durften alle dort Mitwirkenden Feierabend machen, wobei sich alle (zumindest von denen, die wir kennen) im Militärpub getroffen haben. Wir waren nach der Parade erstmal essen und haben dann bis 15:30 Uhr gewartet, als wir dann schließlich losgestapft sind. Später dann sind wir in einen anderen Pub von der gleichen Sorte gegangen, wobei wir den Anschluss verpasst haben und mit zwei anderen Jungs mitgegangen sind, die nur ungefähr wussten, wo der denn nun ist. Am Ende waren wir fast zwei Stunden unterwegs, aber die beiden waren sehr nett - wie eigentlich jeder Kanadier hier - und wir konnten uns sehr gut mit ihnen unterhalten. Insgesamt haben wir wieder so viele Leute kennengelernt, dass ich mir die meisten Namen gar nicht merken konnte. Um zwei war dann schließlich die ganze Stadt tot (ernsthaft, nachts ist hier noch weniger los, als in Gardelegen) und wir wieder in unserem Appartment.

Am nächsten Morgen, also gestern, waren wir eigentlich den ganzen Tag zu Haus. Abends haben wir für alle Spaghetti Carbonara mit Bacon gekocht. Leider ist die Zutatenwahl beschränkt und die einzige Carbonara-Soße im Loblaws (Supermarkt) gab es fertig im Glas. Eine der wenigen Sachen, die mich an Kanada stört: Es gibt fast nur Fertigessen. Außer eben man geht in ein Restaurant. Aber das Kochen in der eigenen Küche macht hier nicht wirklich Spaß.
Als Jeff gehört hat, dass wir gekocht haben, hat er natürlich sofort an 'Bratwurst und Sauerkraut' gedacht, also würde ich sagen, tun wir ihm demnächst mal den Gefallen.
Ansonsten wollten wir heute auf jeden Fall mal ins Parlament. Wir waren zwar schon einmal da, aber da war es schon seit einer Stunde geschlossen. Vielleicht fällt uns auch noch was ein oder wir besichtigen wieder die Stadt. Mal schauen.
Bevor ich es vergesse, am Samstag haben wir das Spiel "Ottawa Senators" gegen "Winnipeg Jets" gesehen. Die Stimmung war echt Bombe. Das Spiel ist ziemlich hektisch und auf dem Spielfeld ging es schon ganz schön heiß her, besonders wegen der vielen Zusammenstöße. Einmal gab es sogar eine Prügelei zwischen zwei Spielern. Auch, wenn vieles für uns zunächst nicht so wirklich Sinn ergeben hat, am Ende hatten wir doch Spaß am Spiel. Leider haben die Senators im "Shoot-Out" (sowas wie Elfmeterschießen) 1:2 verloren. Zum Abschluss noch ein paar Bilder:








Stay tuned!

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