Tja, nun ist es soweit. Weihnachten steht vor der Tür. In den letzten Tagen habe ich mich öfters gefragt, wie das hier in Kanada ablaufen wird. Werden wir zu Hause sein? Feiern wir Weihnachten zusammen mit Anderen? Schenken wir uns was? Natürlich war klar, dass es nicht wie daheim in Deutschland sein wird. Vieles ist in Kanada eben anders, und ab und an vermisst man doch die ein oder andere Tradition.
Doch wie sagt man so schön? Wenn das Leben dir Kartoffeln schenkt, mach Kartoffelbrei daraus. Und leg noch eine Bratwurst dazu. Oder so.
Jedenfalls muss man unter diesen besonderen Umständen umdenken. Seit wir hier sind haben wir uns überlegt, wie wir denn nun Weihnachten feiern können und nach etlichen verworfenen Ideen haben wir den Entschluss gefasst, 'Christmas' mal anders zu erleben und ein paar bekannte Gesichter einzuladen: Anna und Philipp, die wir ganz zu Anfang unserer Reise im Hostel getroffen haben, und Lara.
Morgen früh werde ich noch mal bis 17:30 Uhr arbeiten müssen. In der Zwischenzeit werden (zum Glück) Tommy, Philipp, der heute schon angekommen ist, und Gothi einkaufen gehen und ein paar letzte Besorgungen machen - natürlich Essen, Getränke, Schmuck und etwas zum Anstoßen, versteht sich. Einen Weihnachtsbaum haben wir mittlerweile bekommen - einen großen für 90$, der immerhin bis zur Decke reicht. Einen kleinen hätte man schon für 30-40$ bekommen, aber das wäre es nicht wert gewesen. Während ich auf der Suche nach einer Bank war, die auch außerhalb meiner Arbeitszeiten geöffnet hat und nach drei geschlossenen Banken in der Innenstadt keine Lust mehr hatte, haben Gothi und Tommy mit unserem Vermieter, Francis, der freundlicherweise seine Hilfe und sein Auto angeboten hat, den Baum abgeholt. Dafür haben wir ihm heute eine gute Flasche französischen Wein und deutsche Kekse geschenkt, worüber er sich tierisch gefreut hat.
Fürs Abendessen haben Gothi und ich schon seit längerem Lachs und Reis geplant. Nach einigem hin und her machen wir nun ein paar verschiedene Gerichte, da Vorschläge wie Pommes oder Tiefkühlpizza aufkamen. Das ist zwar ein sehr ungewöhnliches Weihnachten, aber Pizza kommt uns nicht in die Tüte ;)
Schenken werden wir uns nichts. Erstens, weil einfach niemand von uns Ahnung hat, was er denn dem Anderen schenken könnte. Zweitens, weil es für unnötigen Stress sorgt. Niemand braucht etwas spezielles - zumindest nichts, was man hier in Kanada kaufen könnte - also sparen wir uns Zeit, Geld und Nerven. Außerdem werden unsere Vermieter nicht da sein, was bedeutet, wir können so viel Krach machen, wie wir wollen. Ob die Weihnacht so besinnlich sein wird, weiß ich nicht,
Und sonst? Die Arbeit läuft sehr gut. In den letzten Tagen habe ich mich gut in das Projekt eingelebt. Es macht zwar entgegen aller Erwartungen nicht immer Spaß, obwohl und gerade weil ich manchmal wenig zu tun hab, weil nur ein mal pro Woche Neuerungen ins Spiel gebracht werden und nach zwei bis drei Tagen intensiven Suchens nichts Fehlerhaftes mehr zu finden ist. Nichtsdestotrotz macht sie auch sehr viel Spaß, weil man hier, anders als bei meinen früheren Jobs, geistig ordentlich gefordert wird, da eben sehr gute Englisch- und Deutschkenntnisse, Liebe zum Detail und sogar Kreativität gefragt sind. Und: Wir müssen und können trotz der großen sprachlichen und kulturellen Unterschiede perfekt als Team zusammen arbeiten.
Außerdem wurde mir ein fester Vertrag (momentan sind wir nur freie Mitarbeiter) angeboten, nämlich bis zum 27. Februar. Da wir aber nicht so weit vorausplanen können und sollten, haben wir ausgemacht, dass ich zumindest bis zum 31. Januar so einen Vertrag bekomme - danach könnte ich immernoch am Projekt weiterarbeiten, solange ich Zeit hab, aber auch spontan aufhören.
Über einen Stundenlohn von 13$ pro Stunde, wovon 95% in meine Tasche wandern, kann ich mich auch nicht beklagen.
Eigentlich gäbe es noch viel mehr zu erzählen - was wir alles für morgen geplant haben und wie es weitergeht - aber wie schon erwähnt, wird es morgen ein sehr langer Tag, also werd ich es mir mal langsam im Bett gemütlich machen. Fotos habe ich im Moment auch keine. Beziehungsweise keine Lust, welche zu machen. Wenn unsere Gäste dann wieder weg sind, werde ich hier wieder berichten, oder ich lade einfach zwischendurch ein paar hoch.
Damit ich hier trotzdem noch ein wenig von der besonderen Stimmung verbreiten kann: Hier ist ein Video, dass uns unsere Couchsurfing-Hosts in Ottawa gezeigt haben, und ich denke, das kommt der Idee von Weihnachten doch sehr nahe.
In diesem Sinne hoffe ich, ihr genießt das Zusammensein in der Familie und wünsche euch frohe und besinnlichere Weihnachten, als unsere! :)
Bis demnächst!
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