Donnerstag, 25. Juni 2015

Mit 'nem Wohnmobil durch Kanada! (Teil 3)

Und nun schließlich der letzte Teil unserer kleinen Reise!

23. Mai

Da wir mittlerweile eigentlich alles gesehen hatten, was wir wollten, hatten wir kein besonderes Ziel mehr, außer Vernon, wo wir spätestens am 26. ankommen wollten. Wir sind wieder zurück in Richtung Norden ins Purcell Wildlife Conservatory gefahren, da es dort wohl viele Tiere geben soll.

Laut Karte konnte man direkt in dieses Gebiet hineinfahren. Das war wohl falsch. Als wir vom Highway abgefahren und auf einem Schotterweg gelandet sind, hatten wir uns noch nichts dabei gedacht. Purcell war zwar ausgeschildert, aber man konnte dort per Auto nicht ankommen. Wir sind auf einer einspurigen, sehr schmalen Schotterstraße entlang gefahren und den Schildern gefolgt.



Nach 15 Minuten ist uns jemand entgegen gekommen, und wir hatten noch relativ Glück. Es gab auf der ganzen Strecke so gut wie keine Ausweichmöglichkeiten für diesen Fall, so dass dann jeweils einer endlos weit hätte zurückfahren müssen. Als wir also jemandem begegnet sind, ist der ein paar Meter rückwärts in eine Kurve gefahren, die gerade so groß genug war, um aneinander vorbeizukommen. Wir haben erfahren, dass in dieser Richtung einfach nichts ist und irgendwann auch keine Straßen mehr weiterführen.
Nach einigen hundert Metern fanden wir doch noch eine Wendemöglichkeit, also sind wir wieder umgedreht.

Wir sind einen Teil der selben Strecke zurückgefahren in Richtung Kaslo BC, da wir auf der Strecke zuvor schöne Campingplätze gesehen haben.




Es war noch nicht so spät, aber wir haben uns gedacht, wir könnten doch einfach mal früher als sonst auf einen Campingplatz fahren und für den Rest des Tages entspannen. 
Das Gute an den Campingplatzen hier ist, dass die Camp-Flächen ziemlich groß und großzügig voneinander abgegrenzt sind. Hier hatten wir einen schönen Ausblick auf den Lake Kootenay und es war unglaublich ruhig. Obwohl Menschen in der Nähe waren, konnte man weder Gerede hören, noch Motorgeräusche oder sonstiges, was man eben auf einem Campingplatz so mitbekommt.
Es war sogar heiß genug zum Baden, so dass wir einfach mal reingesprungen sind. Warm war das Wasser aber nur in Ufernähe und an der Oberfläche - sobald man ein paar Meter hinausgeschwommen ist, wurde es extrem kalt. Immerhin war auch hier wieder das Wasser sehr klar und sauber.


Abends haben wir wieder ein kleines, aber teures Feuer gemacht. 7$ für 7 Stück! Und man durfte sich auch wieder nichts aus dem Wald nehmen. Zum Abendbrot gab es wieder Bratwurst, und dann war der Tag auch schon wieder rum.



24. Mai

Vor der Abfahrt haben wir noch zwei Stück Feuerholz beim Nachbarn geklaut, der aber schon weg war. Bei diesen Preisen wäre es doch schade, es einfach liegen zu lassen. Und man kann sie später sicherlich noch mal gebrauchen.

Als nächstes ging es nach Nakusp BC. Zuerst waren wir noch mal in Kaslo, um Lebensmittel einzukaufen. Danach ging es zum Strand in Kaslo, um Mittag zu essen. Außerdem war unser Abwassertank aus unerklärlichen Gründen wieder voll (der Frischwassertank im Gegenzug aber nicht leer). Da die einzige Stelle dafür in Kaslo erst 17 Uhr öffnete, haben wir also bis dahin am Strand gegammelt, dann alles erledigt und sind nach Nakusp gefahren.

Die Fahrt dahin war leider ziemlich unspektakulär. Einen Großteil der Strecke hatte es geregnet.
Dort angekommen wollten wir auf einen Campingplatz, der aber stolze 42$ kosten sollte. Wir sind ein wenig zurückgefahren, wo wir eine krötenreiche Rest Area fanden.


Dort war aber das Übernachtparken verboten, also sind wir wieder in Richtung Nakusp aufgebrochen. Unweit davon entfernt haben wir dann auf einem Campingplatz für 25$ übernachtet. Hier konnten wir auch unsere letzten beiden Stücke Holz "verbraten".


25. Mai

Nach dem Aufstehen ging es wieder nach Nakusp. Wir hatten von heißen Quellen gehört, die wir zunächst besuchen wollten, bevor die Fahrt weitergeht. Wir mussten etwas in die entgegengesetzte Richtung fahren, aber wirklich wert war es die Fahrt nich. Um die Quellen wurde ein Gebäude gebaut und der Eintritt kostete. Das Becken war also wieder künstlich angelegt. Da wir das so schon ein mal gemacht hatten, haben wir uns das gespart und sind zurück gefahren.

Nach einer Weile kamen wir in Fauquier BC an, wo wir mit unserem Wohnmobil eine (kostenlose!) Fähre über den Upper Arrow Lake nahmen. Wir befanden uns nun auf der Straße, die uns geradewegs nach Vernon führen sollte und bis dahin war es nicht mehr weit.
Außerdem haben wir auf dieser letzten Strecke noch einen Volltreffer gelandet:

Eine Bärenmutti ...


... mit ihren Jungen!

Die waren diesmal nicht weit von der Straße entfernt und wir hatten einen relativ freien Blick - für kurze Zeit zumindest, denn bis man erstmal die Kamera scharf gemacht hat, sind die oft schon wortwörtlich "über alle Berge". Während die Kinder schon weg waren, ist die Mutter noch kurz geblieben und hat uns für ein paar Sekunden gemustert, ist dann aber auch hinter dem Hügel verschwunden.

In Vernon angekommen waren wir nochmal im Canadian Tire (Baumarkt) und im Real Canadian Superstore einkaufen. Mittlerweile war es schon 20 Uhr. Danach wollten wir noch ein mal Amerikanisch essen gehen, also gingen wir in ein 'Boston Pizza'. Die haben allerdings nicht nur Pizza, sondern noch eine ganze Menge mehr. Wir hatten eine große Platte mit verschiedenen Sachen bestellt, einen Burger mit Pommes und zwei mal große Rippen mit Pommes. Das kostenlose Nachfüllen von Getränken gilt übrigens nur für Wasser und Softdrinks (Cola, Fanta, etc.). Apfelsaft zum Beispiel muss jedes mal bezahlt werden (wir haben aber trotzdem noch ein zweites Glas kostenlos bekommen). Alles in Allem habem wir etwas mehr als 100$ inkl. Trinkgeld bezahlt, aber wir waren alle zufrieden.


Nach dem Essen ging es zurück zum Hotel. Das Tor zu unserem VIP-Parkplatz war diesmal abgeschlossen - wir hatten uns vorher ja nicht angekündigt - also musste ich noch mal hochrennen, und weil diesmal andere Leute an der Rezeption waren, musste ich denen noch mal die Situation erklären. Hab dann aber ohne Probleme wieder den Schlüssel bekommen.
Wir sind noch mal auf den Hügel vorm Hotel gegangen, um dort den Ausblick bei Nacht zu genießen. Zum Schluss haben wir im Wohnmobil ein letztes mal Karten gespielt.
Bis zum nächsten Morgen hatte es übrigens plötzlich schon wieder geregnet, so dass das Wandern mal wieder ausbleiben musste - und hier regnet es sonst nur alle 2-3 Wochen ein mal für ein paar Stunden. Immerhin war der Rest des Urlaubs relativ trocken.


26. Mai

Morgens normal aufstehen. Ich hab danach oben im Wohnhaus noch ein paar Handtücher aus dem Wohnmobil gewaschen. Wir haben noch mal im Wohnmobil gefrühstückt. Gegen Mittag hieß es dann wieder: Abschied nehmen.
Dieses mal allerdings nur für kurze Zeit. Denn jetzt bin ich nicht mal mehr einen Monat hier in Kanada.
Für meine Familie bestand der Rest der Reise aus der Fahrt nach Vancouver und dem Waschen des Wohnmobils. Am 27. Mai ging ihr Rückflug.
Für mich war es das Ende unseres kleinen Familienurlaubs und ich musste mich wieder auf den gewohnten Alltag vorbereiten ...



Auch wenn es das Ende meines letzten "größeren" Abenteuers hier in Kanada ist, heißt das nicht, dass ich bis zum Ende nichts mehr erleben werde. In meinem letzten Monat in einem fremden Land wird dann und wann doch noch mal was passieren - und dann hört ihr es hier zuerst.

Bis dahin: Stay tuned!

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